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Literatur des 19. Jahrhunderts

Alphonse de Lamartine

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    Geburtsdatum 21. Oktober 1790
    Geburtsort

    Macon

    Sterbedatum 1. März 1869
    Sterbeort

    Paris

    Alphonse de Lamartine verlebt seine Jugendjahre in Macon, dann teils auf dem Landgut seiner Eltern in Milly bei Macon, teils in Internatsschulen (wo er als 12-Jähriger einmal ausreißt). 1811/12 macht er eine Bildungsreise in das zu dieser Zeit von Frankreich beherrschte Italien (Rom und Neapel). 1812 wird er Bürgermeister von Milly und reist erstmals nach Paris.

    1813 verfasst er sein erstes längeres Werk, die Tragödie Médée. 1814, während der kurzen Ersten Restauration, dient er als Gardeoffizier in Paris "seinem" König Louis XVIII. 1815, während der Hundert Tage Napoleons, ist er in der Schweiz und in Savoyen. Danach führt er eine mobile Existenz zwischen Milly, Paris und mondänen Kurorten und macht literarische Versuche in allen Genres. 1816 verliebt er sich in die todkranke Mme Julie Charles, die ihn zum Lyriker werden lässt (und kurz darauf stirbt). 1819 verlobt er sich mit einer reichen Engländerin, die er ein Jahr später heiratet.

    1820 wird er nach einer Krankheit fromm und publiziert einen ersten Gedichtband: Méditations poétiques. Dieser rasch zahlreiche Auflagen erlebende und 1823 um Nouvelles méditations erweiterte Band bedeutet den Durchbruch der romantischen Lyrik in Frankreich, d.h. einer Lyrik, die nicht mehr an klassischen Vorbildern orientiert und überwiegend an den gebildeten Intellekt gerichtet ist, sondern von Leidenschaften, erotischen und religiösen Sehnsüchten, Träumereien und Natureindrücken beherrscht wird und das Gefühl ansprechen will.

    In den 20er Jahren ist Lamartine im diplomatischen Dienst und lebt längere Zeit in Italien, zunächst in Neapel, dann in Florenz. 1830 wird er in die Académie gewählt und publiziert den Gedichtband Harmonies poétiques et religieuses, der seine Rolle als eines der Chefs der jungen romantischen Schule bestätigt. Nach der Juli-Revolution quittiert er den diplomatischen Dienst, weil er, wie so viele Adelige, den neuen Monarchen Louis-Philippe, den "Bürgerkönig", nicht als rechtmäßigen Herrscher betrachtet. Nach einer ersten vergeblichen Kandidatur 1831 und einer Jerusalem-Reise 1832/33 (beschrieben in Voyage en Orient, 1835) ist er ab 1833 ständig wiedergewählter Abgeordneter des Wahlkreises Macon in der Chambre des Députés. Lamartines politische Position dort ist die eines Linkskatholiken, d.h. er ist trotz einer patriarchalischen Grundeinstellung aufgeschlossen für die sozialen Probleme der Zeit, insbesondere das Problem der zunehmenden Pauperisierung und Proletarisierung der wachsenden Arbeitermassen in den sich rasch vergrößernden Städten.

    1836 und 1838 versucht er sich mit den in Alexandrinern verfassten Epen Jocelyn und La Chute d'un ange als Epiker. Jocelyn, die zur Revolutionszeit spielende traurig-sentimentale Geschichte eines jungen Mannes, der seine Liebe opfert und Priester wird, ist trotz der Versform ein Erfolgsbuch. 1839 publiziert Lamartine den Gedichtband Recueillements poétiques, mit dem er nunmehr aber nur noch einer unter den inzwischen vielen anderen romantischen Dichtern ist. 1843 bricht er gänzlich mit dem Regime von Louis-Philippe und entwickelt sich zum oppositionellen Republikaner und gefürchteten politischen Redner. Er beginnt seine monumentale Histoire des Girondins (1847), d.h. eine Geschichte der Partei der gemäßigten Revolutionäre von 1791–94.

    Nach der Februarrevolution von 1848, d.h. in der Zweiten Republik, ist er kurze Zeit Chef der Provisorischen Regierung. Wenig später kandidiert er für das neue Amt des Staatspräsidenten, unterliegt jedoch gegen Louis-Napoléon Bonaparte, den Neffen von Kaiser Napoleon. Nach dem Staatsstreich Bonapartes am 2. Dez. 1851 und der Etablierung des Second Empire 1852 ist Lamartines politische Rolle ausgespielt. Durch seine Wahlkampagnen verarmt, lebt er mühsam von seiner Feder, d.h. von einigen wenig erfolgreichen autobiographischen Romanen und seinem 1856–69 monatlich in einer Zeitschrift erscheinenden Cours familier de littérature. Kurz vor seinem Tod macht er noch seinen Frieden mit Napoléon III und akzeptiert eine staatliche Pension. Er gilt heute als einer der großen romantischen Autoren der Französischen Literatur.

    nach: Prof. Gert Pinkernell,
    Französische Literatur
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    Lyrik:
    • Méditations poétiques, 1820
    • Les Nouvelles Méditations poétiques, 1823
    • Les Harmonies poétiques et religieuses, 1830
    • La Chute d'un ange, 1838
    • Recueillements poétiques, 1839
    • La Vigne et la Maison, 1857
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