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Glossar

Tragödie ________
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  frz. – la tragédie
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. Stück mit der Intention einer Erschütterung bzw. Rührung, Erbauung, ja "Reinigung" (Katharsis) des Publikums und mit in der Regel unglücklichem, eben tragischem, Ausgang. Dieser tragische Ausgang ist meist Ergebnis einer Schuld, in die die Protagonisten sich verstricken, in die sie aber durch ein unbeabsichtigtes oder unvermeidbares Handeln geraten, so dass sie in den Augen der Zuschauer/Leser dennoch subjektiv schuldlos bleiben.

Im klassischen französischen Theater des 17./18. Jh. spielten Tragödien ausschließlich in adeligem, meist sogar in fürstlichem Milieu, gemäß der Vorstellung, dass nur hochstehende Personen tragische Schicksale haben können und dass der Sturz eines Menschen umso erschütternder sei, je höher dieser zuvor im Glück gestanden hat.

Die Mischform Tragikomödie (tragicomédie) stellte nicht-tragische Handlungen in adelig-fürstlichem Milieu dar. Als mit dem wachsenden Selbstbewusstsein des Bürgertums um 1750 in Frankreich die Vorstellung aufkam, es müsse auf der Bühne ebenfalls möglich und erlaubt sein, ernste, wenn nicht gar tragische Handlungen auch in einem bürgerlichen Milieu spielen zu lassen, wurde die neue Gattung le drame (bourgeois) kreiert (die in Deutschland als "bürgerliches Trauerspiel" übernommen wurde).

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Einführung in die Literaturwissenschaft

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