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Glossar

Die Strophe________
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  frz. – la strophe
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. Die Strophen bemessen sich im allgemeinen nach der Zahl der Verszeilen, die sie umfassen. Die häufigsten Strophenformen sind der Vierzeiler (quatrain), der Sechszeiler (sixain), der Achtzeiler (huitain) und der Zehnzeiler (dixain). Strophen mit nur zwei Zeilen (distique) oder dreien (tercet) sind eher selten, ebenso solche mit mehr als zehn Zeilen.

Ganz wie die deutsche Verslehre kennt auch die französische feste Gedichtformen (poèmes à forme fixe), z. B. das Sonett (le sonnet) oder das Rondeau (le rondeau). Ohne Äquivalent in der deutschen Literatur ist die spätmittelalterliche Ballade (ballade), eine damals sehr gängige Gedichtform, die in der Regel aus drei Strophen plus abschließender Halbstrophe (Geleitstrophe bzw. envoi) besteht. Andere lyrische Gattungen sind über ihre Inhalte definiert, wie z. B. die Ode (l'ode), deren Themen ernst und würdig zu sein haben.

Seit dem 19. Jh. und zumal im 20. wird zunehmend auch in sog. freien Versen (vers libres) gedichtet, d. h. in Versen, die

  1. nicht reimen,
  2. keinem festen metrischen Schema gehorchen, sondern nur rhythmischen Kriterien (le rythme, rythmique) und
  3. keine einheitlichen Strophen bilden, sondern nur Sinnabschnitte.

Daneben gibt es – besonders häufig im späten 18. und frühen 19. Jh. – auch rhythmische Prosa (prose rythmée), naturgemäß überwiegend in Prosatexten mit lyrischer Tendenz.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Einführung in die Literaturwissenschaft

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