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Zwei Verse reimen, wenn ihr jeweils letztes Wort ab dem letzten betonten Vokal identisch endet (vgl. erdácht / gelácht; vermíttelte / bekríttelte; critiquér / corrigé; incorrigeáble / instáble). Reimpaare in Serie (aabbccdd usw.) heißen "rimes plates" oder "rimes suivies". Reime nach dem System abab sind Kreuzreime (rimes croisées). Reime nach dem System abba sind umarmende Reime (rimes embrassées). Bei längeren Strophen gibt man in der Regel nur das bloße Reimschema (schéma métrique) an, z. B. ababbccdcd.
Die französische Metrik unterscheidet übrigens "männliche" und "weibliche" Reime (rimes féminines/masculines).
- Weiblich sind Reime, die auf eine unbetonte Silbe enden, z. B. équipage / voyage oder hanches / blanches;
- männlich sind die auf eine betonte Silbe endenden, z. B. marathon / allons oder allait / complet.
Der regelmäßige Wechsel von männlichen und weiblichen Reimen, der bis ins 19. Jh. hinein sehr häufig ist, heißt "alternance".
In französischen Versen sehr häufig sind "reiche" Reime (rimes riches). Sie liegen vor, wenn Reimwörter nicht erst vom letzten betonten Vokal an reimen, sondern schon ab dem Konsonanten davor, z. B. la guerre / ne ...guère oder laid / volait. (Beginnt der Reim sogar noch früher, spricht man von "rime très riche" oder "rime léonine", z. B. volait / contrôlait.)
Neben dem Reim gibt es die Assonanz (assonance), die zumal in der frühen mittelalterlichen Literatur häufig ist. Assonanz liegt vor, wenn lediglich die Tonvokale der jeweils letzten betonten Silbe identisch sind, vgl. z. B. mer / mais oder bonne / folle.
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