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Die konkrete Person, die einen Text (der ja nur virtuell vorhanden ist) durch Lektüre vergegenwärtigt. Da eine solche Person nie denselben Informationsstand, dieselben Vorstellungen und dieselbe Befindlichkeit wie der Autor beim Schreiben hat, sondern mit ihrem jeweils individuellen "Erwartungshorizont" an den Text herangeht, ist jede Lektüre eine notgedrungen unvollkomme Vergegenwärtigung.
Der Grad der Unvollkommenheit vergrößert sich generell mit zunehmendem zeitlichen, räumlichen, sozialen u. ä. Abstand des Lesers vom Autor. Die Literaturwissenschaft hat nicht zuletzt das Ziel, diesen Abstand möglichst zu verringern.
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