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André Gide
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| Geburtsdatum |
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22. November 1869 |
| Geburtsort |
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Paris
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| Sterbedatum |
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19. Februar 1951 |
| Sterbeort |
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Paris
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André Gide ist geboren und aufgewachsen in Paris als einziger Sohn einer so wohlhabenden Familie, dass er nie einer regulären Berufstätigkeit nachgehen muss. Sehr früh verliert Gide seinen Vater, einen Juraprofessor. Nach der Heilung von einer Jugendtuberkulose bricht er, nicht zuletzt aus Trotz gegen seine überstrenge protestantische Mutter, aus den bürgerlichen Konventionen zumindest verbal aus, bekennt sich auch vage zu seiner Homosexualität, heiratet andererseits aber 1895 brav eine Kusine, der er anschließend das Leben schwer macht.
Als Mitbegründer und Herausgeber der literarischen Zeitschrift La Nouvelle Revue Française ist er ab 1909 jahrzehntelang einer der tonangebenden Literaten seiner Zeit, der mit fast allen zeitgenössischen europäischen Autoren von Rang persönliche Kontakte pflegt. In den 20-er Jahren entwickelt auch er Sympathien für den jungen PCF, die ihm aber abhanden kommen, als er 1936 bei einer Russlandreise etwas hinter die Kulissen der Terror-Herrschaft Stalins schaut. 1947 erhält er den Nobelpreis.
Seine bekanntesten Werke sind:
- Les Nourritures terrestres (1897), ein in pathetischer lyrischer Prosa vorgetragener Aufruf zur Sinnenfreude und zur Befreiung von den Zwängen der puritanischen bürgerlichen Konventionen der Zeit.
- Le Prométhée mal enchaîné (1899), eine Erzählung um das Motiv des "acte gratuit", einer völlig freien, willkürlichen Handlung.
- L'Immoraliste (1902), der Roman eines jungen Mannes, der nach der Heilung von einer Tuberkulose ein völlig neues Lebensgefühl entwickelt und diesem seine junge Frau ziemlich rücksichtslos opfert, als sie ihrerseits erkrankt.
- Le Retour de l'enfant prodigue (1907), eine Erzählung nach der biblischen Geschichte von der Rückkehr des verlorenen Sohns, der bei Gide jedoch seinem jüngeren Bruder rät, ebenfalls das elterliche Haus zu verlassen und nicht zurückzukommen, d.h. sich definitiv zu emanzipieren.
- La Porte étroite (1909), ein Roman um den jungen Jérôme und seine etwas ältere Kusine Alissa, die von Kindheit an füreinander bestimmt scheinen, bis Alissa trotz ihrer Liebe Jérôme die Heirat verweigert, ihm ihre jüngere Schwester zu heiraten empfiehlt und sich in Askese und Frömmigkeit zurückzieht.
- Corydon. Quatre dialogues socratiques (1911), vier zunächst anonym publizierte Dialoge gegen die Vorstellung von der Perversheit der Homosexualität.
- Les Caves du Vatican (1914), ein Roman mit mehreren Handlungssträngen, die in der schillernden Figur des schönen jungen Kosmopoliten Lafcadio Wluiki und einem als "acte gratuit" von ihm begangenen Mord zusammenlaufen. Der stilistisch sehr kunstvolle und von einer feinen Ironie getragene Roman gilt heute als Gides bestes Werk.
- La Symphonie pastorale (1919), die Geschichte eines Pastors, der ein blindes Waisenmädchen in seine Familie aufnimmt, sie erzieht, sich in sie verliebt, sie aber an seinen Sohn verliert.
- Les Faux-Monnayeurs (1925), ein sehr kunstvoll angelegter Roman um die Entstehung eines Romans. Die Handlung wirkt etwas verwirrend, steht aber auf der Höhe der zeitgenössischen erzähltechnischen Errungenschaften der Gattung Roman, einer Gattung die sich selbst inzwischen zum Problem geworden ist. Die Faux-Monnayeurs gelten heute als ein richtungweisendes Werk der modernen europäischen Literatur das aber wenig gelesen wird.
- Si le grain ne meurt (1926), eine Autobiografie Gides bis zu seiner Heirat.
- L'École des femmes (1929), die tagebuchartige Geschichte einer Frau, die ihren Mann als seelenlose Verkörperung der bürgerlichen Normen entdeckt und ihn verlässt, um im Krieg Verwundete zu pflegen.
1939, 1946 und 1950 erscheint Gides Journal. Es enthält Erlebnisse und Reflexionen eines sich seiner Bedeutung durchaus bewussten Autors.
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Werke:
- La Tentative amoureuse, 1893
- Les Nourritures terrestres, 1897
- L'Immoraliste, 1902
- La Symphonie pastorale, 1919
- Les Faux-Monnayeurs, 1925
- Thésée, 1946
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