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Eustache Deschamps (ca. 13451407). Er ist vielleicht ein Neffe, jedenfalls aber eine Zeitlang Zögling von Guillaume de Machaut in Reims. Er studiert Jura in Orléans und erlangt dank seines dichterischen Talents 1368 die Protektion von König Charles V und nach dessen Tod 1380 die des kunstliebenden Bruders von Charles VI., Herzog Louis d'Orléans. Von seinen Gönnern erhält er mehrere kleinere königliche Ämter zugewiesen, von denen er leben kann; 1389 wird er zum seigneur de Barbonval erhoben und somit geadelt. Er lebt meist in Paris am Hof, ist aber auch viel mit seinen Fürsten und für sie unterwegs. So ist er 1384/85 Mitglied einer diplomatischen Mission nach Ungarn und Kroatien, 1397 reist er als Botschafter nach Mähren. Danach allerdings zieht er sich mehr und mehr zurück. Mit etwa 1500 erhaltenen ballades, rondeaus, virelais usw. über vielerlei Sujets (und von naturgemäß sehr ungleicher Qualität) ist Deschamps wohl der produktivste französische Lyriker des 14. Jh., dessen Einfluss weit ins 15, Jh. hineinreicht und z.B. noch um 1460 bei Villon spürbar ist.
Eines der Themen Deschamps' ist der Niedergang Frankreichs durch den immer wieder aufflammenden Hundertjährigen Krieg (in einem Gedicht beklagt er z.B., wie [1380] auch sein eigenes Haus geplündert und abgebrannt wurde). Es war ein Krieg, der sich ausschließlich auf französischem Boden abspielte und dessen Schlachten lange Zeit eher zugunsten der Engländer ausgingen, weil die englischen Truppen zwar zahlenmäßig meistens unterlegen waren, technisch dank ihrer Bogenschützen und taktisch dank ihrer größeren Disziplin aber überlegen.
Deschamps ist auch interessant als Autor der ersten in französischer Sprache verfassten Poetik (Dichtungslehre), L'Art de dicter et de faire chansons (1392), einer Zusammenstellung von Regeln und Rezepten zum Verfassen metrisch gebundener Texte, aber auch zu deren Vertonung.
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