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Jean Chapelain. Sein einziges längerfristig bedeutsames Werk ist die Lettre sur la règle des vingt-quatre heures (1630), ein poetologischer Traktat über die aristotelische Lehre von den drei Einheiten des Dramas: der der Handlung, der des Ortes und der der Zeit, wonach die Handlung eines Stücks zielstrebig und einlinig sein soll, möglichst nur an einem Ort spielen darf und innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen sein muss.
Chapelain orientiert sich hierbei an italienischen Dramatikern und Theoretikern, vor allem Giulio Cesare Scaligero. Er reagiert gegen das seines Erachtens regellose Theater des fruchtbarsten und erfolgreichsten Dramatikers der Zeit, Alexandre Hardy (ca. 15701632, angeblich über 600 Stücke!). Nach dem Erfolg seines Traktats und vor allem als einflussreiches Gründungsmitglied der Académie Française ist Chapelain dann 30 Jahre lang ein Guru des Pariser Literaturbetriebs. Er betätigt sich als Gelegenheitsdichter im Dienste hochstehender Personen, als Chefkritiker der Académie (die laut Gründungsauftrag über den guten Geschmack in Sprache und Literatur wachen soll) und als Epiker mit dem bei seinem Erscheinen kurz erfolgreichen, weil von ganz Paris schon lange erwarteten Versepos La Pucelle d'Orléans (1656).
Ab 1661 verwaltet er die königliche Pensions-Liste für solche Autoren, die dem allmächtigen Minister Colbert und seinem jungen König Louis XIV genehm sind und damit als eines staatlichen Gehaltes würdig erscheinen.
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