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Literatur: Theater des 20. Jahrhunderts

Samuel Beckett

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    Geburtsdatum 13. April 1906
    Geburtsort

    Dublin

    Sterbedatum 22. Dezember 1989
    Sterbeort

    Paris

    Samuel Beckett wächst auf in einer kleinbürgerlichen protestantischen Familie in Dublin. Seine Kindheit und Jugend fällt in die Zeit des Kampfes der katholischen Iren um die Unabhängigkeit der Insel vom protestantischen England, die 1921 mit dem Rückzug der Engländer nach fast 400 Jahren Herrschaft erreicht wird.

    Mit 22 beendet er 1928 ein Romanistik-Studium am berühmten Trinity College und geht als Englisch-Lektor nach Paris an die Ecole Normale Supérieure. In Paris befreundet er sich mit seinen 24 Jahre älteren Landsmann James Joye, der sich aus dem unruhigen Irland dorthin zurückgezogen hat und inzwischen mit dem als Skandalroman betrachteten Ulysses (1922) eine gewisse Berühmtheit erlangt hat.

    1930 kehrt Beckett nach Dublin zurück und wird Assistent im Fach Französisch am Trinity College. Doch er hält die geregelte Arbeit nicht mehr aus und geht nach einer Reise durch Deutschland wieder nach Paris (1932), dann nach London, wo er mühsam von einer kleine Erbschaft lebt und erfolglos erste erzählende Texte publiziert. Nach einer neuerlichen Deutschlandreise (1936) lässt er sich in Paris nieder, das ihm nun zur zweiten Heimat wird. Auch sprachlich französisiert er sich, indem er seinen ersten Roman, Murphy (1938), selbst ins Französische übersetzt.

    1940 überrascht ihn der deutsche "Blitz" in Paris. Er bleibt zwar in Frankreich, hält es 1942 aber für geboten, sich nach Südfrankreich abzusetzen, wo er sich als Landarbeiter verdingt und nachts an einem letzten englischsprachigen Roman, Watts, schreibt.

    Nach der Libération kehrt er nach Paris zurück, wo er, nunmehr als französischsprachiger Autor, an der enormen Aufbruchstimmung jener Jahre partizipiert und seine fruchtbarste Zeit hat: 1946 Mercier et Camier, 1948 Molloy und Malone meurt (Romane). Ebenfalls 1948 stellt er En attendant Godot fertig, für das er aber lange kein Theater findet, ehe es Anfang 1953 mit überraschendem Erfolg aufgeführt wird. 1949 L'Innomable (Roman), 1950 Textes pour rien (Erzählungen). 1954-56 Fin de partie (Stück). 1953 beginnt Beckett, seine französischen Werke ins Englische zu übersetzen, was ihn dazu bringt, teilweise wieder auf englisch zu schreiben. 1956 All that Fall (Hörspiel). 1957 From an Abandoned Work, Comment c'est (Romane). 1960 Happy Days = Oh les beaux jours (Stück).

    Nach und nach wird Beckett nun ein anerkannter Autor; in den 60-er Jahren ist er, der eigentlich eher Stille und notorisch Depressive, sogar ein wenig Star im Pariser Literaturbetrieb; 1969 erhält er den Nobel-Preis. Danach allerdings zieht er sich völlig zurück, viele Leute sind bei der Nachricht von seinem Tod erstaunt, dass er überhaupt noch gelebt hat.

    Heute wird er kaum mehr gelesen; zumal seine erzählenden Werke (die in der Regel keine erkennbare Handlung besitzen) gelten nicht zu Unrecht als schwer verdauliche Kost. Sein Ruhm beruht vor allem auf dem Godot, dessen Titel sprichwörtlich geworden ist und dessen seltsam absurde Figuren typisch menschliches Verhalten vorzuleben scheinen (wobei schon 1953, bei der Uraufführung, offenbar unbemerkt blieb, dass die drei ratlos auf Godot Wartenden eigentlich die 1947/48 ratlos auf die eventuelle Rückkehr De Gaulle wartenden Parteien des "Tripartisme", d.h. die Kommunisten, Sozialististen und Christdemokraten, verkörpern sollten).

    nach: Prof. Gert Pinkernell,
    Französische Literatur
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    Werke:
    • Warten auf Godot, 1952
    • Endspiel, 1957
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