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Literatur des 19. Jahrhunderts

Maurice Barrès

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    Geburtsdatum 22. September 1862
    Geburtsort

    Charmes-sur-Moselle

    Sterbedatum 4. Dezember 1923
    Sterbeort

    Paris

    Maurice Barrès ist geboren in Lothringen nahe der nach dem Krieg von 1870/71 entlang der damaligen Sprachgrenze neugezogenen deutsch-französischen Grenze. Seine Schulzeit verbringt er in einem Internat in Nancy. Mit dem Blick auf die "ligne bleue des Vosges" wird er früh zum Revanchisten, der Rache an Deutschland fordert.

    1882 geht er nach Paris, wo er Jura studieren soll, zugleich aber als ein eher den Symbolisten denn den Naturalisten nahestehender Feuilletonist und Erzähler eine literarische Karriere zu beginnen versucht. 1888 wird der Roman Sous l'oeil des barbares sein Durchbruch. Es ist der erste Teil der stark autobiografischen Romantrilogie Le Culte du moi, deren Protagonist ein junger Intellektueller ist, der in der als überfeinert und kosmopolitisch überfremdet vorgestellten Pariser Fin de Siècle-Kultur keinen Halt findet und schließlich heimkehrt in seine lothringische Heimat und zum Katholizismus zurückfindet.

    1889 wird Barrès Anhänger des politisch rechtsaußen agierenden populistischen Generals Boulanger ("Le Général Revanche") und seiner ephemären nationalistischen und revanchistischen Bewegung; für eine Legislaturperiode ist er sogar boulangistischer Abgeordneter des Wahlkreises Nancy. Er bleibt den Rest seines Lebens ein weit rechts stehender Politiker und Intellektueller, auch wenn er bei den nächsten vier Wahlen jeweils scheitert. 1897-1901 erscheint eine weitere Trilogie: Le Roman de l'énergie nationale. Es ist die Geschichte einiger junger Lothringer, die zunächst nach Paris gehen, "entwurzelt" werden (Teil 1 heißt auch Les Déracinés), dies aber zumindest teilweise bemerken, heimkehren und für die Rückeroberung des von den Deutschen annektierten Elsass und Deutsch-Lothringens kämpfen.

    1906 ist das Jahr seines Triumphes: Barrès wird in die Académie gewählt und auch endlich wieder Abgeordneter (Wahlkreis Neuilly bei Paris), was er bis zu seinem Tod bleiben wird, obwohl er eigentlich Anti-Parlamentarist ist.

    1913 hat er eine weitere Romantrilogie fertig: Les Bastions de l'Est. Die ersten Bände, Au service de l'Allemagne und Colette Baudoche, sind Geschichten voller nationalistisch-antideutscher Ressentiments, der dritte, La Colline inspirée, handelt von der Auflehnung dreier lothringischer Priester gegen die römische Amtskirche.

    1914 wird Barrès als Nachfolger von Paul Déroulède, dem "poète national" (1846-1914), Chef der antideutschen, antisemitischen und antiparlamentaristischen Ligue des patriotes; im Krieg 1914/18 betätigt er sich mit einem antideutscher Zeitungsartikel pro Tag als Scharfmacher. In den zwanziger Jahren wird er zum Buhmann der pazifistischen, internationalistischen, prokommunistischen Linksintellektuellen, die ihn attackieren und verhöhnen.

    nach: Prof. Gert Pinkernell,
    Französische Literatur
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    Internet:

    http://www.academie-francaise.fr/immortels/base/academiciens/fiche.asp?param=502

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