| Anders als bei der französischen Sprache oder den Verwaltungsstrukturen, profitierte die französische Malerei des früheren Mittelalters kaum von der vorhergehenden gallo-römischen Epoche. Es handelt sich vielmehr um eine eigenständige Entwicklung des Genres.
Natürlich kann man noch nicht von der Eigenständigkeit der Malerei reden. Noch lange Zeit ist sie der Buchgestaltung und der Architektur untergeordnet. Aber schon unter den Karolingern entwickeln sich einfache stylisierte Ornamente mit Tier- oder Pflanzenmotiven zu Meisterwerken der Buchmalerei. Besonders hervorragende Werke dieser Zeit sind die Evangeliare Karls des Großen und die Bibel Karls des Kahlen.
Im späteren Mittelalter eröffnet sich ein neuer Abschnitt in der französischen Malerei. Die bedeutende Maler dieser Zeit (wie zum Beispiel Jean Fouquet, Maître de Moulins, Schule von Avignon
) begrenzen sich nicht nur auf Buch- oder Wandmalerei. In einer realistischen Darstellungsweise schaffen sie hervorragende Bilder und bestimmen in der Übergangszeit zur Renaissance die französische Malerei.
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