Nachdem Martin Esslin in seinem Buch «The Theatre of the Absurd» das Werk von Ionesco zusammen mit Beckett, Adamov und Genet mit dem Begriff des Absurden Theaters etikettierte, weist fast jeder, der sich mit dem französischen Theater der Nachkriegszeit beschäftigt darauf hin, dass diese Bezeichnung nicht besonders zutreffend ist und eher zu einem Missverständnis führt.
In der Tat sind nicht die dramatischen Werke von Ionesco absurd, sondern in der Auffassung des Autors ist das Leben selbst absurd. Eugène Ionesco beschreibt diese Absurdität der menschlichen Existenz lediglich mit den geeigneten Mitteln. Natürlich kann man über die menschliche Existenz unterschiedliche Meinungen haben, aber die Geschichte kann uns mehrere Beispiele nennen, die aus der Sicht der Logik nicht weniger absurd sind als die Theaterstücke von Ionesco: Kriegserklärungen im Namen des Humanismus, Pressemitteilungen über ökologische Politik der Großunternehmen, usw., ganz zu schweigen von der Sprache der Medien (und besonders der Werbung). Dass Eugène Ionesco dieses Gefühl der Absurdität in seinen Werken zu vermitteln versucht, macht aus ihm genau so wenig einen «Absurdisten», wie das Schreiben eines Krimis den Autor zu einem Verbrecher macht.
Ionesco selbst bevorzugte in Bezug auf seine Werke die Bezeichnung «Überraschung».