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Jean de La Fontaine
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Jean de La Fontaine ist geboren in Château-Thierry als Sohn eines zum niederen Amtsadel zählenden Königlichen Rats (Conseiller du Roi) und Jagd- und Fischereiaufsehers (Maître des Eaux et Forêts) ein Amt, das La Fontaine 1658 erben, aber nie recht ausüben und 1670 verlieren wird. 1636 geht nach Paris, um seine Schulzeit abzuschließen, 1641 beginnt er ein Theologiestudium im Predigerorden der Oratorianer, verlässt den Orden aber am Ende der Probezeit 1643 und studiert 1645-47 Recht in Paris. 1647 lässt er sich in Château-Thierry mit einer 14-Jährigen aus ebenfalls amtsadeliger Familie verheiraten, mit der er 1653 einen Sohn haben, aber praktisch nie zusammen leben wird. Vielmehr ist er meist in Paris, wo er in Literatenkreisen verkehrt. Sein eigenes Schaffen in diesen Jahren scheint jedoch eher mager (oder nicht erhalten?). Erst 1658 kann er ein fertiges Werk, das Kleinepos Adonis vorlegen, das er dem reichen und mächtigen Finanzminister Nicolas Fouquet widmet, den er über einen Onkel seiner Frau kennengelernt hatte. In den nächsten Jahren (1659-61) schreibt er Gelegenheitsgedichte im Auftrag von Fouquet für dessen prächtigen kleinen Hof und arbeitet an einem idyllischen Gedicht, Le Songe de Vaux, dessen Schauplatz Fouquets neues Schloss in Vaux ist. 1662 wird er in den Strudel hineingezogen, der um Fouquet entsteht, als dieser plötzlich bei Louis XIV in Ungnade fällt und inhaftiert wird. La Fontaine richtet vergeblich eine Bitt-Ode für Fouquet an den König; danach verreist er (1663) vorsichtshalber, zusammen mit dem sich ebenfalls gefährdet fühlenden Onkel seiner Frau, für ein paar Monate nach Limoges. Hier vollendet er die Nouvelles tirées de Boccace et d'Arioste: galante, manchmal etwas gewagte Vers-Erzählungen, die er 1664 erscheinen lässt und 1665 und 1666, mehrfach erweitert, als Contes et nouvelles en vers neu auflegt. Ebenfalls 1664 findet er Anschluss an Marguerite de Lorraine, die Witwe des turbulenten Bruders von Louis XIII, Gaston d'Orléans, die ihn zu einem ihrer gentilshommes ordinaires ernennt und bis zu ihrem Tod 1672 im Palais du Luxembourg beherbergt. In dieser durch den Wirtschaftsaufschwung unter Minister Colbert und die Offenheit des jungen Louis XIV geprägten Zeit, die durch die 1667 beginnende, zunächst erfolgreiche Serie von Expansions-Kriegen gegen Spanien, Holland und das Deutsche Reich noch nicht verdüstert wird, arbeitet La Fontaine an seinem Hauptwerk, den Fabeln.
Eine erste Ausgabe in zwei Bänden erscheint 1668: Fables choisies, mises en vers par M. de La Fontaine. Hierin finden sich sie meisten der heute aus Anthologien bekannten heiter-ironischen Stücke. Als 1677 und 1679 jeweils ein weiterer Band erscheint, ist die Sicht des Autors von der Welt, insbesondere des Verhältnisses von oben und unten, erheblich skeptischer. 1692 kommt eine durchgesehene Gesamtausgabe heraus. Inzwischen (1672) ist La Fontaine Dauergast im Haus der Bankierswitwe Mme de La Sablière geworden, die einen der führenden schöngeistigen Salons von Paris unterhält. 1674 schreibt er das Libretto zu Lullis Oper Daphné. 1675 bekommt er Schwierigkeiten mit der sich verschärfenden Zensur: eine gerade erschienene (die gewagten Stücke bevorzugende) Auswahl der Contes et nouvelles wird verboten. 1683 inszeniert die junge Comédie Française sein Stück Le Rendez-vous, das aber nur viermal aufgeführt wird und nicht erhalten ist. Ebenfalls 1683 wird La Fontaine in die Académie gewählt, allerdings bestätigt Louis XIV, der inzwischen unter der Fuchtel der fromm gewordenen Mme de Maintenon (der Ex-Madame Scarron) steht, die Wahl erst nach längerem Zögern.
Bei der 1687 in der Académie ausgelösten "Querelle des Anciens et des Modernes" steht La Fontaine auf der Seite der Anciens, d.h. der Anhänger der Vorstellung, dass die Kultur der griechisch-römischen Antike unübertrefflich sei und bleibe. 1691 versucht er sich nochmals als Librettist für das Singspiel Astrée, das aber ein Misserfolg wird. Ende 1692 erkrankt er schwer und wird danach fromm. Als 1693 Mme de La Sablière, die schon einige Zeit zuvor fromm geworden war, stirbt, zieht La Fontaine in das Haus seines letzten Gönners, des Bankiers d'Hervarth. Hier stirbt er 1695, nicht ohne sich vorher öffentlich von seinen Contes distanziert zu haben.
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Dessein de quitter une dame qui
ne le contentait que de promesse
Beauté, mon beau souci, de qui l'âme incertaine
A, comme l'Océan, son flux et son reflux,
Pensez de vous résoudre à soulager ma peine,
Ou je me vais résoudre à ne la souffrir plus.
Vos yeux ont des appas que j'aime et que je prise,
Et qui peuvent beaucoup dessus ma liberté ;
Mais pour me retenir, s'ils font cas de ma prise,
Il leur faut de l'amour autant que de beauté.
Quand je pense être au point que cela s'accomplisse
Quelque excuse toujours en empêche l'effet :
C'est la toile sans fin de la femme d'Ulysse,
Dont l'ouvrage du soir au matin se défait.
Madame, avisez-y, vous perdez votre gloire
De me l'avoir promis et vous rire de moi.
S'il ne vous en souvient, vous manquez de mémoire,
Et s'il vous en souvient, vous n'avez point de foi.
J'avais toujours fait compte, aimant chose si haute,
De ne m'en séparer qu'avecque le trépas ;
S'il arrive autrement ce sera votre faute,
De faire des serments et ne les tenir pas.
La Grenouille qui se veut faire aussi grosse que le Boeuf
Une Grenouille vit un boeuf
Qui lui sembla de belle taille.
Elle qui n'était pas grosse en tout comme un oeuf
Envieuse s'étend, et s'enfle, et se travaille
Pour égaler l'animal en grosseur,
Disant: Regardez bien, ma soeur;
Est-ce assez? dites-moi; n'y suis-je point encore?
Nenni. M'y voici donc? Point du tout. M'y voilà?
Vous n'en approchez point. La chétive pécore
S'enfla si bien qu'elle creva.
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