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Literatur der Renaissance

Clément Marot

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Geburtsdatum 23. November 1596
Geburtsort

Cahors

Sterbedatum 12. September 1544
Sterbeort

Turin

Clément Marot. Er gilt als der bedeutendste französische Lyriker der ersten Hälfte des 16. Jh. Als Sohn des angesehenen Hofdichters Jean Marot (der ab 1506 als Sekretär von Königin Anne de Bretagne am französischen Hof lebte), ist Marot ab 1519 selbst Hofdichter bei Marguerite de Navarre und später auch bei François Ier (dem er schon 1515 sein erstes gedrucktes Werk gewidmet hatte) und betätigt sich in allen lyrischen Gattungen der Zeit (épîtres, ballades, rondeaux, blasons, chansons, chants, élégies, épitaphes, complaintes etc.). Er führt einerseits die eigenständige französische lyrische Tradition fort (einer seiner Lehrmeister ist – neben seinem Vater – Jean Lemaire de Belges); er ist andererseits aber auch einer der ersten französischen Autoren, die sich an der formalen Eleganz der italienischen Lyrik des Quattro- und Cinquecento inspirieren, wobei er das Sonett in Frankreich einführt. 1541 publiziert er Trente psaulmes de David mis en français, den ersten Versuch einer künstlerisch adäquaten Übertragung der Psalmen (die später ins calvinistische Gesangbuch aufgenommen wurde).

Marots Lebenslauf ist typisch für viele Intellektuelle seiner Zeit: Zunächst wohletablierter Hofdichter in den Fußstapfen seines Vaters, hat er ab 1526 Schwierigkeiten wegen seiner pro-lutherischen Sympathien und wird deswegen dreimal unter Vorwänden ins Gefängnis gesteckt, aus dem ihn aber der König bzw. dessen Schwester Marguerite jeweils befreien. 1534, nach dem Beginn der offenen Repression der Protestanten, flüchtet er mit anderen Leidensgefährten nach Ferrara an den Hof der Herzogin Renée d'Este (der reformationsfreundlichen jüngeren Tochter von Louis XII.), wo er aber bald von der Inquisition verfolgt wird, so dass er weiter nach Venedig flieht. 1536 kehrt er nach Frankreich zurück und schwört dem Protestantismus ab. Wiederaufgenommen am französischen Hof, erreicht er den Höhepunkt seines Ruhms mit Les Oeuvres, der 1538 in Lyon publizierten und rasch mehrfach in erweiterten Neuauflagen gedruckten Gesamtausgabe seiner Werke, und mit den Trente psaulmes. Als die letzteren überraschend 1542 verboten werden, flieht Marot nach Genf, dann nach Savoyen. Er stirbt wenig später verbittert im Exil in Turin.

nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
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      De sa grande amie

      Dedans Paris, ville jolie,
      Un jour passant mélancolie
      Je pris alliance nouvelle
      À la plus gaie demoiselle
      Qui soit d'ici en Italie.

      D'honnêteté elle est saisie,
      Et crois (selon ma fantaisie)
      Qu'il n'en est guère de plus belle
      Dedans Paris.

      Je ne vous la nommerai mie,
      Sinon que c'est ma grand'amie,
      Car l'alliance se fit telle
      Par un doux baiser que j'eus d'elle,
      Sans penser aucune infamie
      Dedans Paris.

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