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Agrarnahrungsmittelindustrie

Weinanbau

Wein ist einer der wichtigsten Artikel des französischen Exportes und eine wichtige Einnahmequelle für mehrere Wirtschaftsbranchen. Außerdem begünstigt er auf Grund seiner hervorragenden Qualität das internationale Prestige Frankreichs. Darüber hinaus ist der Wein ein fester Bestandteil des französischen Lebensstils und wird wie ein Kulturgut behandelt. Besonders wertvolle Weine werden auf renommierten Auktionen versteigert (häufig von den selben Häusern, die auch Kunstwerke anbieten, wie z.B. Christie's oder Sotheby's) und kosten nicht selten mehrere Tausend Euro. Am 05.12.1985 wurde zum Beispiel eine Flasche Château-Lafite für 1.100.000 F verkauft. Dies ist jedoch eher eine Ausnahme. Normalerweise kosten die "grandes bouteilles" selten mehr als 7.000 F. Schon mit 500 bis 1.000 Euro kann man eine Flasche Veuve Cliquot oder Dom Perignon eines guten Jahrganges erwerben.

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Der Preis der einfachen Konsumweine ist natürlich nicht so hoch. Er variiert je nach Qualität und Anbaugebiet. Diese beiden Kriterien werden durch die französische Gesetzgebung eng verknüpft. Nicht jeder Winzer aus einer beliebigen Region hat das Recht sein Produkt mit dem Qualitätssiegel zu bezeichnen. Nur bestimmte Gebiete in Frankreich werden vom Gesetzgeber für den Anbau von Qualitätsweinen als würdig betrachtet.

Auf den ersten Blick erscheint diese Besonderheit als bürokratisch. Besonders wenn man erfährt, dass das Gesetz für die Gebiete auch die Rebsorte und die Menge der jährlichen Produktion vorschreibt. Hinter diesen Bestimmungen verbirgt sich jedoch eine gewisse Logik: die Boden- und Klimabedingungen des Anbauortes verbunden mit der passenden Rebsorte bestimmen im Endeffekt die Qualität des Weins. Die gesetzliche Begrenzung der produzierten Menge verhindert eine extensive Produktion um jeden Preis und zwingt den Produzenten sich auf die Qualität zu konzentrieren.

In anderen Bereichen ist die französische Gesetzgebung eher liberal. So ist in Frankreich zum Beispiel der Verschnitt (Mischung von verschiedenen Weinen oder Rebsorten) nicht nur erlaubt, sondern wird sogar oft für die Herstellung berühmter Markenweine (Bordeaux, Châteauneuf-du-Pape u.a.) verwendet, um die Geschmackszusammensetzung des Endprodukts zu verfeinern und zu vervollständigen. Die genauen Mischverhältnisse werden natürlich wie ein Betriebsgeheimnis behütet.

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