
Hachette: Weinführer Frankreich 2002
bei amazon.de
|
Der Preis der einfachen Konsumweine ist natürlich nicht so hoch. Er variiert je nach Qualität und Anbaugebiet. Diese beiden Kriterien werden durch die französische Gesetzgebung eng verknüpft. Nicht jeder Winzer aus einer beliebigen Region hat das Recht sein Produkt mit dem Qualitätssiegel zu bezeichnen. Nur bestimmte Gebiete in Frankreich werden vom Gesetzgeber für den Anbau von Qualitätsweinen als würdig betrachtet.
Auf den ersten Blick erscheint diese Besonderheit als bürokratisch. Besonders wenn man erfährt, dass das Gesetz für die Gebiete auch die Rebsorte und die Menge der jährlichen Produktion vorschreibt. Hinter diesen Bestimmungen verbirgt sich jedoch eine gewisse Logik: die Boden- und Klimabedingungen des Anbauortes verbunden mit der passenden Rebsorte bestimmen im Endeffekt die Qualität des Weins. Die gesetzliche Begrenzung der produzierten Menge verhindert eine extensive Produktion um jeden Preis und zwingt den Produzenten sich auf die Qualität zu konzentrieren.
In anderen Bereichen ist die französische Gesetzgebung eher liberal. So ist in Frankreich zum Beispiel der Verschnitt (Mischung von verschiedenen Weinen oder Rebsorten) nicht nur erlaubt, sondern wird sogar oft für die Herstellung berühmter Markenweine (Bordeaux, Châteauneuf-du-Pape u.a.) verwendet, um die Geschmackszusammensetzung des Endprodukts zu verfeinern und zu vervollständigen. Die genauen Mischverhältnisse werden natürlich wie ein Betriebsgeheimnis behütet.
|